Meine ehemalige Nachbarin bessaß die Vorliebe, ihren Müll auf unsere gemeinsame Terasse zu entsorgen. Ihr Chihuahua Miglu verschwand auch regelmäßig Richtung Bahnhof und sie durfte ihm hinterher jagen. Leider zog sie im Januar aus und meinem jetzigen Nachbarn kenne ich nur vom regelmäßigen Grasgeruch. Mein Obermieter, der "Geist", ist ein älterer Herr, der den ganzen Tag in seinem Zimmer verbringt. Seine Spezialität ist das Zuschauen bei einem Wasserohrbruch, wo er Im Januar 2 Stunden zusah, wie Wasser in sein Zimmer und dann in meins floß. Was hätte er auch anderes machen sollen.
Die Krönung unsere Hauses aber ist Robert. Wer behauptet, dass die Armee einen Menschen nicht um den Vertand bringen kann, wird hier eines besseren belehrt. Das viele Helikopterfliegen scheint ihm den Kopf etwas verdreht zu haben. Zu Silvester sprang er aus dem ersten Stock, da angblich eine Handgranate in seinem Zimmer explodiert wäre. Drogenrausch scheint als Ursache wahrscheinlicher. Nach ein paar Wochen kam er dann wieder und wollte unbedingt in unser Haus, obwohl seine Wohnung in zwischen geräumt wurde. Diese Bindung führte dazu, dass er bei Minusgraden im eiskalten Keller übernachten wollte und letztendlich von der gerufenen Polizei in Obhut genommen wurde. Eigentlich wäre dies das Ende gewesen...
Unter welchen Umständen auch immer, er wurde vor 2 Wochen aus der Psychatrie entlassen und zog wieder ein. Seitdem gehört er den Freimaurern an, vermutet Atombomben in Limburg, droht, das Haus mit Phosphor wegzusprengen und ist hinter einer 10 m großen Glaskugel her, die unser Vermieter ihm angeblich gestohlen hat. Alles kein Problem, wenn er nicht die Scheibe unserer Haustür zertrümmern würde, die Post im Haus verteilt, die Müllsäcke auf die Straße wirft (kostet pro Sack 80€ Strafe), früh um 5 Uhr an der Türe klopf, weil er Geld braucht, mit Frischhaltefolie unsere Toilette verstopft und die Dusche mit seinen Ausscheidungen verunreinigt.
Unserem Vermieter sind angeblich die Hönde gebunden, da er eine bestimmte Anzahl von Sozialfällen aufnehmen müsste. Warum sind diese dann aber in unserem Haus konzentriert? Desweiteren scheint er auch ein besonderes Verständnis vom "geschütztem Wohnbereich" zu haben. Wenn mein Zimmer nach einem Rohrbruch unter Wasser steht (er wusste davon) und ich 4 Tage später eine urzeitähnliche Suppe wieder finde, frage ich mich, warum er nicht wengistens das Fenster hätte öffnen können. Anrufen wäre ja schon zu viel verlangt. Die Begründung war dann, dass ein offenes Fenster Diebe anlocken würde und dass er deshalb nicht in mein Zimmer dürfe. Wenn dann aber mal ein Müllsack im Garten steht, wird in meiner Abwesenheit einfach mein Zimmer betreten und ei nett geschriebener Zettel hinterlassen. Schimmel und Wasserschaden sind nichts gegen ein paar leere Wasserflaschen im Garten, den nur ich nutze.
Die Unterbringung des Mülls ist bei uns auch genial gelöst. Da wir keine Mülltonnen oder abgeschlossene Räume haben, würden wir ihn logischerweise im Haus lagern. Dies hat uns unser Vermieter aber untersagt, da wir Mäzse anlocken könnten (die eh schon da sind). Im Garten darf ich auch nicht lagern und an der Straße auch nicht. Wo dann bitte? Antwort. In meinem Zimmer. Einmal pro Woche kommt die Müllabfuhr, also lasse ich den Sack so stehen und locke damit die Mäuse erst recht an. Das ist die Logik unseres Vermieters, dem ein paar Euro für eine Mülltonne zuviel sind. Darauf angesprochen wusste er auch keine Antwort und meinte nur, das wäre hier so üblich. bei über 100.000 Menschen in Maastricht? Dann wäre die Stadt doch in der Abfallentsorgung sehr vorsintflutlich.
Der Lichtblick kommt im Juni, wenn ich aus meinem "Loch" ausziehe und dann im 2. Jahr eine schöne WG auf der anderen Seite der Maas beziehe und dann hoffentlich keinen Schimmel, Mäuse, penetrante Vermieter und Psychopathen als Nacbarn habe:D